Chronische Schmerzen

Kopf- und Rückenschmerzen

Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten Schmerzbildern. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass es bei Patienten mit chronischen Schmerzen zu einer Sensibilisierung auf der Ebene der Schmerzrezeptoren und insbesondere im Bereich der Schmerzverarbeitung im Gehirn kommt. Dies führt zu einer Absenkung der Schmerzempfindungsschwelle, sodass vormals nicht schmerzhafte Reize nun als schmerzhaft erlebt werden.   

Chronische Schmerzen gehen oft mit gravierenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit sowie der sozialen Leistungsfähigkeit einher und verursachen neben individuellem Leid auch gesamtgesellschaftlich hohe Kosten. Die Leidtragenden stehen dem Dauerschmerz oft hilflos gegenüber. Diese Hilflosigkeit kann sich bis hin zu einer klinischen Depression entwickeln. 

Bei 40% der Personen die unter Kopfschmerzen leiden, besteht Spannungskopfschmerz. Muskuläre Verspannungen durch Schmerzempfinden führen zu einer Aufrechterhaltung des Schmerzes in einem Teufelskreis von Schmerz - Stress - Verspannung - Verminderung der Durchblutung - mehr Stress - mehr Schmerz. 

Biofeedback  ist sowohl bei chronischen Kopf- als auch bei chronischen Rückenschmerzen unklarer Ursache bestens dafür geeignet den Teufelskreis aus Spannung und Schmerz zu durchbrechen.Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Reduktion der Muskelanspannung im Kopf-, Nacken- oder Rückenbereich und eine generelle Steigerung der Entspannungsfähigkeit um den schmerzaufschaukelnden Circulus vitiosus zu unterbrechen. 


Eine weitere wichtige Wirkvariable des Biofeedbacks liegt in der Steigerung des Selbstwirksamkeitserlebnisses bei den Patienten. Dies wirkt sich positiv auf den Bereich der emotionalen Schmerzverarbeitung aus und kann zu einer langsamen Abnahme der gesteigerten Schmerzsensibilisierung im Gehirn führen. 

 

Migräne

Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung unter der rund 10% der Bevölkerung zu leiden haben. Diese Krankheit zeigt sich bei Frauen etwa 3 mal so häufig wie bei Männern und hat viele Gesichter. Die Bandbreite reicht von pulsierendem Kopfschmerz über Übelkeit bis zu Lichtempfindlichkeit und vielen weiteren Symptomen.

Migräne ist natürlich besonders für die Betroffenen sehr belastend, stellt aber auch einen nicht zu unterschätzenden gesundheitswirtschaftlichen Faktor dar. Dieser liegt vor allem bei den häufigen und regelmäßigen Krankenständen sowie dem hohen Schmerzmittelkonsum und der möglichen Nierenschädigung durch Schmerzmittel. Biofeedback erzielt im Rahmen der Prophylaxe ähnliche Therapieeffizienz wie manche Medikation jedoch ohne Nebenwirkungen aber deutlich länger anhaltendem Therapieerfolg.

 
Neuere Untersuchungen zur Entstehung der Migräne gehen davon aus, dass zur Entwicklung einer Migräne eine entsprechnde Veranlagung notwendig ist, die vor allem durch eine Instabilität der Blutgefäßregulation im Kopf und eine erhöhte Sensibilität für Stress gekennzeichnet ist. 
 

Bei der Biofeedback-Behandlung geht es neben der Steigerung der allgemeinen Entspannungsfähigkeit auch um eine gezielte Beeinflussung des Dehnungszustandes der Blutgefäße.  Das Handerwärmungstraining und Vasokonstriktionstraining gelten heute neben spezifischen Entspannungsverfahren als sehr effektive Verfahren zur Behandlung der Migräne.

 

Zähneknirschen, Tinnitus

Zähneknirschen als nicht-funktionales Knirschen und Mahlen mit den Zähnen ist meist Ursache von Kaugelenks- und Gesichtsschmerz und kann an der Genese von Tinnitus beteiligt sein. Von Bruxismus (Zähneknirschen) Betroffene neigen dazu, unter verschiedensten alltäglichen Belastungssituationen mit den Zähnen zu mahlen oder die Zähne zusammenzubeißen. Durch eine Fehlbeanspruchung des Kausystems sind Abnützungserscheinungen der Zähne, Zahnfleischschwund und andere dauerhafte Veränderungen der Zahn- und Gefäßstruktur möglich.

Obwohl häufig Stress ein Auslöser für Tinnitus zu sein scheint, ist eine genaue und eindeutige Ursachenzuschreibung in vielen Fällen nicht möglich, da häufig mehr als ein Ursachenfaktor zu finden ist. 

Sowohl bei beim Zähneknirschen als auch beim Tinnitus zeigt sich bei den betroffenen Patienten eine hohe Grundspannung im Gesicht, Hals-, Nacken- und Schulterbereich. Daher sind neben einem gezielten Muskelentspannungstraining auch das Vermitteln von Entspannungstechniken ein wesentlicher Bestandteil des Trainings.